PROJEKT GlacierRocks

Glacier-Headwall Interaction and its Influence on Rockfall Activity

Bis zum Ende dieses Jahrhunderts wird der Klimawandel in Österreich zu einer Verringerung der Gletschergebiete auf weniger als 20% ihrer heutigen Fläche führen. Eisfrei gewordene Karrückwände sind besonders häufig von Steinschlägen und Felsstürzen betroffen. Trotz ihrer Bedeutung als zunehmender Risikofaktor ist wenig über die im Übergangsbereich Gletscher-Felswand ablaufenden thermischen, mechanischen und hydrologischen Prozesse bekannt. Systemische in-situ Messungen stabilitätsrelevanter Parameter liegen bis dato nicht vor. Diese sind aber notwendig für ein verbessertes Verständnis von Steinschlägen/Felsstürzen aus glazialen Rückwänden sowie der langfristigen geomorphologischen Entwicklung vergletscherter Einzugsgebiete.


Das Projekt GlacierRocks plant die Errichtung eines weltweit einzigartigen Monitorings zur langfristigen Beobachtung stabilitätsrelevanter Prozesse in Randkluftsystemen. Basierend auf den gewonnenen Monitoringdaten verfolgt GlacierRocks drei Hauptziele: (1) Verbesserung des Verständnisses der vorbereitenden Faktoren von Steinschlägen/Felsstürzen und der verbundenen geomorphologischen Langzeitentwicklung glazialer Karrückwände, (2) Analyse der glazialen Nährgebietsdynamik im Bereich der Rückwände, (3) Abschätzung des gegenwärtigen und zukünftigen Gefahrenpotenzials gletschernaher Steinschläge/Felsstürze auf regionaler Skale. Der zur Untersuchung der drei Systemkomponenten Felswand, Gletscher, Randkluft gewählte systemische, interdisziplinäre Ansatz erlaubt die kontinuierliche Überwachung von Felstemperatur, Felsfeuchte, Frostverwitterung, Gletschereistemperatur, Gletschereisbewegung, Randklufttiefe/-weite und einer Serie meteorologischer Parameter.


Das Untersuchungsgebiet von GlacierRocks liegt in der Gipfelregion des Kitzsteinhorns (3.203 m über N.N.). Dieses ist seit 2010 Standort eines interdisziplinären Freiluftlabors für Permafrost- und Steinschlagmonitoring. Durch die Nutzung der vorhandenen Forschungsinfrastruktur und der Kooperation mit lokalen Partnerprojekten werden einzigartige Synergieeffekte erzielt. Das Projektteam von GlacierRocks besteht aus einer internationalen Kooperation von fünf Forschungseinrichtungen aus Österreich, Deutschland und der Schweiz. Die Kombination von Expertisen aus den Bereichen Naturgefahren, Geomorphologie, Glaziologie und Geologie bildet die Grundlage für eine erfolgreiche Umsetzung von GlacierRocks.

  

STECKBRIEF

Beitrag GEORESEARCH: Projektleitung

Projektpartner: IGF - Institut für Interdisziplinäre Gebirgsforschung, Universität Salzburg, TU München, ETH Zürich

Projektdauer: 2017 - 2020

Fördergeber: ÖAW - Österreichische Akademie der Wissenschaften (ESS 2016)

 

Gletscherschmelze - Klimawandel im Hochgebirge

Ein Filmteam begleitete uns bei Instrumentierungsarbeiten in den Randklüften des Kitzsteinhorns. Das Ergebnis sehen Sie unter nachfolgendem Link (TV-Dokumentation "Gletscherschmelze - Klimawandel im Hochgebirge" auf ARD Alpha, Bayerischer Rundfunk und 3sat).

 

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PROJEKTPARTNER

Institut für Interdisziplinäre Gebirgsforschung

Technische Universität München, Professur für Hangbewegungen

ETH Zürich, Department Erdwissenschaften

Universität Salzburg

  

AUSGEWÄHLTE REFERENZEN

Hartmeyer I. & Keuschnig M. (2017): GlacierRocks - Glacier-Headwall Interaction and its Influence on Rockfall Activity. Vortrag im Rahmen des AK Permafrost 2017, 09.-11.02.2017, Einsiedeln, Schweiz.

 

Hartmeyer I., Keuschnig M., Krautblatter M., Helfricht K., Otto J.-C., Leith K. (2017): Glacial Thinning and its Influence on Rockfall Activity: Introducing a new high-alpine Monitoring Site. Posterpräsentation im Rahmen der EGU General Assembly 2017, Geophysical Research Abstracts Vol. 19, EGU2017-14921.

 

Am Seil die Gletscherkluft erforschen. Die Presse, 01.07.2017, Seite 26.